Donnerstag, 17. März 2022

Vorlesetag 2022

Quelle: DLF
HIER der Link zu der wunderbaren Veranstaltung - Vorlesetag 2022





Ich bin dabei!
(Kurzer Hinweis in eigener Sache: Es ist mein erster Versuch, über YouTube ein Video freizuschalten - ich bin selbst gespannt, ob es klappt!)

HIER der LINK zu meinem Video!

Sonntag, 13. Februar 2022

Kann passieren....

Plumperquatsch
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wenn es beim Schreiben mal nicht weitergeht, kann auch sowas mal passieren.

 



Tja.

Dienstag, 8. Februar 2022

Gedankensplitter

Manchmal komme ich mir vor wie Schlomo, der ungeschickte Detektiv in dem Buch „Lola Bensky“ von Lily Brett, wenn ich so durch meinen Alltag stolpere. Er wirkt so hilflos, dass nie irgendjemand auf die Idee kommen würde, dieser Mann könne ihn beschatten oder verfolgen, was ihm seine Arbeit sehr erleichtert.
 
Letzte Woche wurde ich nach dem Aussteigen aus dem Zug von einer jungen Frau angesprochen, die eifrig auf mich einredete und immer hinter mich deutete. Ich musste erst die Kopfhörer aus den Ohren popeln, um sie verstehen zu können und auch danach war es noch sehr schwierig, weil sie einerseits sehr leise sprach und andererseits eine Maske trug. Was sie mir sagen wollte, verstand ich noch länger nicht, denn sie wiederholte immer nur, dass das Licht an sei und die Batterie leidet. Ich wollte sie nicht länger aufhalten, lächelte und bedankte mich bei ihr für diese Information. Sie war von meiner Reaktion sichtlich enttäuscht, ging dann aber ihres Weges.
Erst als ich in der Arbeit meinen Rucksack abnahm und ihn in den Kasten stellen wollte sah ich, dass sich mein aufsteckbares Radlicht in einer Seitentasche eingeschalten haben musste und fröhlich vor sich hin und aus ihm heraus leuchtete!
 
Oder neulich, als ich am späten Nachmittag in der Dämmerung nach Hause spazierte, blieb eine Frau neben mir stehen, sah mich an und sagte mit etwas vorwurfsvoller Stimme: Man sieht sie nicht!
Auch bei ihr bedankte ich mich für die Information und tauschte noch ein paar Sätze mit ihr aus, war aber äußerst unkonzentriert, weil ich die Frage im Kopf hatte, wie sie mich hatte ansprechen können, obwohl ich doch gar nicht zu sehen war! Außderdem fiel mir auch während des kurzen Gesprächs die Szene aus "The Sixth Sense" ein, als Cole seiner Mutter sagt: "Ich kann tote Menschen sehen" und hatte Mühe, nicht zu lachen.

Freitag, 19. November 2021

Wörterglühen

Morgen ist es soweit!
Mein Radiointerview wird am Nachmittag gesendet.
Radiofabrik - 17 Uhr!

Wie kam es dazu? 
Monika aus meiner Schreibgruppe hat heuer begonnen sich vermehrt mit den Themen Radio, Sprechen, Interviews zu beschäftigen und kam auf die wunderbare Idee, eine Sendung zu machen, in der sie AutorInnen zu ihrem Zugang zum Schreiben befragt, das ganze mit schönen Musikstücken hinterlegt und sendet. 

 
 
 
 
 
 
Auch eine Kurzgeschichte aus meinem letzten Buch durfte ich vorlesen. Puh! Ganz schön anstrengend. Ich glaube, mir täte so ein Sprechworkshop auch gut. 
"Wörterglühen" heißt die Sendung und wird wohl monatlich ausgestrahlt werden. 

Und hier ist noch der Link, um die Sendung nachzuhören: 

Samstag, 11. September 2021

Wie an einem Gummiseil

Heute ist er pünktlich! Wie jeden Morgen steigt A. in den Zug, der sie in einer knappen halben Stunde nur ein paar hundert Meter von ihrer Arbeitsstelle entfernt wieder ausspucken wird. Dank der Sommerferien ist es sehr ruhig und sie lehnt sich entspannt zurück. Sie sieht die gewohnte Landschaft am Fenster vorbei ziehen. Links die Lärmschutzwand, der Altstoffsammelhof, der Wald, die Wiese.
Sie schließt die Augen. Noch ein paar Minuten dösen, das tut gut. Der Zug rüttelt und schüttelt sie in einen kurzen Schlaf.
Ihr Kopf kippt nach vorne und schon ist sie wieder wach. Durch die halb geschlossenen Augen sieht sie rechts die Wiese, den Wald, den Altstoffsammelhof... Moment mal! Das ist die falsche Richtung! Wieso fährt der Zug denn jetzt zurück? Ist er stehengeblieben und muss zurücksetzen? So muss es wohl sein. Was mag da passiert sein? Die anderen Fahrgäste scheinen nicht beunruhigt zu sein, sitzen ruhig auf ihren Plätzen und lesen, reden oder scrollen auf ihren Smartphones herum.
Dann fällt es ihr auf - da stimmt was nicht. Wenn sie wieder zurückfahren, wieso sitzt sie dann nicht gegen die  Fahrtrichtung? Der Zug kann doch keine Schleife fahren und umdrehen? Gerade erst hat sie diesen Gedanken fertig gedacht, schon ist sie wieder an ihrem Einstiegsbahnhof. Verwirrt steigt sie aus und bleibt am Bahnsteig stehen. Ratlos. Was soll sie tun? Sie wollte doch in die Arbeit. Sie blickt sich um. Außer ihr sind noch einige andere Personen ausgestiegen, die aber alle zielgerichtet in die verschiedensten Richtungen verschwinden. Nur sie steht  noch da und schüttelt verwundert den Kopf.
Sie blickt auf die Uhr. Es ist Viertel nach sieben. Eigentlich sollte sie in fünfzehn Minuten in der Arbeit sein. In dem Moment kündigt die Lautsprecherstimme einen Zug auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig an. Den muss sie erwischen. Sie stürmt los, ein Stück nach vorne, die Treppen der Überführung hinauf, auf der anderen Seite runter, noch ein bisschen Tempo zulegen - so schnell ist sie seit Jahren nicht mehr gerannt - eine 180 Grad Kurve und hinein in den Zug. Kaum hat sich die Türe hinter ihr geschlossen, fährt er an.
Heftig atmend lässt sie sich auf einen Einzelplatz gleich hinter der Schiebetür fallen. Der Waggon ist noch leerer, als der zuvor, nur vier Reihen vor ihr sitzen zwei Frauen, die sich angeregt unterhalten, während die eine unablässig in ihrer Tasche wühlt.
Immer noch keuchend ordnet sie ihre Jacke, den Rucksack und sich selbst. Automatisch geht ihr Blick nach links. Da ist sie ja wieder die Lärmschutzwand. Auch der Altstoffsammelhof steht noch dort, wo er hingehört, danach kommt der Wald und dann die Wiese. Gut so. So soll es sein. Jetzt die Augen offen halten, nicht einschlafen, dann müsste alles gut gehen.
Ein wenig entspannen sich jetzt ihre Schultern, der Nacken wird weicher und sie spürt, dass auch ihr Puls sich wieder dem Normalbereich nähert. Ein dumpfer Rums von vorne, lässt sie kurz zusammenzucken. Der Kramerin ist ihre Handtasche vom Schoß gerutscht und liegt nun mit der Öffnung nach unten im Gang. Sofort beginnt ihre Besitzerin, die Inhalte einzusammeln und A. lehnt den Kopf wieder zurück. Dabei wandert ihr Blick nach rechts und ... das gibt es doch gar nicht! Da sind wieder Wiese, Wald, der Altstoffsammelhof und  die Lärmschutzwand. Ihr wird eiskalt und ihr Herz pocht noch schneller und härter, als eben noch nach ihrem Sprint. Schweiß läuft ihr den Rücken hinunter, sie sitzt wie erstarrt.
Völlig ungläubig sieht sie den Bahnsteig erneut neben sich auftauchen und wie in Trance steht sie auf und steigt aus. Erst als der Zug wieder abgefahren ist, fällt ihr ein, dass sie doch die beiden Frauen hätte fragen können, was da gerade passiert ist. Warum sie nicht darauf reagieren, dass der Zug einfach nur so hin und her pendelt. Sich als Ganzes auf den Schienen umdreht völlig ohne Grund und ohne, dass jemand etwas davon bemerkt. Dieses Mal ist sie völlig alleine am Bahnsteig. Wieder ihr Blick zur Uhr - gerade mal 8 Minuten war sie unterwegs. Ihr ist flau im Magen und anstatt sich ein weiteres Mal auf die andere Gleisseite zu stürzen, setzt sie sich einfach auf die Wartesitze aus Metallgitter und drückt ihren Rucksack an sich. In ihrem Kopf breitet sich ein Gefühl der Leere aus und der kurze Gedanke, dass sie in der Arbeit anrufen sollte, um sich - ja was Krank? Verspätet? Unfähig in die Arbeit zu gelangen? zu melden - verschwindet auf Nimmerwiedersehen.
Über zwei Stunden später - sie hat sieben Züge anhalten und wieder abfahren sehen und aus keinem stieg jemand aus, der so wirkte, als sei er nicht da angekommen, wo er hinwollte - steht sie auf und geht los. Nicht in die Richtung ihrer Wohnung. Nein, diesen Fehler macht sie heute nicht noch einmal. Sie geht in die entgegengesetzte Richtung, betrachtet die ihr so gut bekannte Gegend, freut sich über jedes Haus, jeden Baum, jede Straße und jede Wiese. Wenn sich die Wiesen, Straßen, Bäume und Häuser kurz darauf auf der anderen Straßenseite wieder zeigen und sie vor sich das Bahnhofsgebäude wieder auftauchen sieht, regt sie sich nicht auf, sondern bezieht wieder ihren Platz auf den Wartesesseln, bevor sie es ein weiteres Mal versucht, irgendwie von diesem Ort weg zu kommen.

Mittwoch, 30. Juni 2021

Fremde Hände

Das laute piepen des Weckers riss sie unsanft aus dem Schlaf. War es denn wirklich schon halb sechs? Sie war so müde in den letzten Wochen, dass sie das Gefühl ausgeschlafen zu sein überhaupt nicht mehr kannte.
Gähnend rieb sie sich die Augen und zuckte zurück. Was war das gewesen? Irgendetwas hatte sich da seltsam angefühlt. Hellwach saß sie aufrecht im Bett. Sie hob die Hand, um sich die Haare aus dem Gesicht zu streichen und hielt inne. Was sie selbst in diesem unausgeschlafenen Zustand sofort erkannt hatte war, dass es nicht ihre Hand war, die da auf sie zukam. Sie hielt sie erschrocken weg und betrachtete sie.
Da war eine fremde Hand an ihrem Arm! Groß und grob erschien sie ihr auf den ersten Blick. Die Hautfarbe war gelblich und passte überhaupt nicht zu ihrem blassen Arm. Wo kam denn die auf einmal her. Prüfend hob sie nun auch den linken Arm und sah, dass auch die andere Hand nicht die ihre war. Verblüfft sah sie sich um. Wie konnte so etwas passieren und vor allem, wo waren ihre eigenen Hände hingeraten? Hingen die bei jemand anderen dran? Dauernd drehte sie den Kopf von links nach rechts, wie um sich zu vergewissern, dass da niemand war, der sie gerade verarschte. Das gab es doch gar nicht.
Aber da war niemand. Das Schlafzimmer war leer und alles was zu hören war, war ihr stoßweises Atmen. In dem Moment piepte der Wecker erneut und vor lauter Schreck sprang sie in einem Satz aus dem Bett und wischte ihn gezielt vom Nachtkästchen.
Sie musste sofort mit jemandem reden. Sie musste Hilfe holen, sie wollte ihre Hände zurück. Sie ging ins Wohnzimmer und griff nach ihrem Handy. Seltsam, wie die fremden Enden ihres Armes alles taten, was sie von ihnen wollte. Sie drückte die Kurzwahltaste 2, es läutete.
Du spinnst ja, mich um diese Zeit anzurufen, bellte eine Stimme aus dem Gerät.
Peter, sei still. Hier ist was passiert. Meine Hände sind weg.
Stille.
Peter, hörst du!
Sie hörte ein Räuspern und dann die belegte Stimme ihres Freundes. Bist du auf Drogen?
Nein, hör mir zu Peter, bitte! sie schrie schon fast, aber sie wusste nicht, wie sie ihn überzeugen sollte. Kommt bitte her und hilf mir.
Er atmete laut aus. Es war schon fast ein Stöhnen.
Lisa, sagte er jetzt mit einer versucht ruhigen Stimmlage. Ich weiß ja nicht, was wirklich los ist, aber wir haben ausgemacht, dass...
Peter ich spinne nicht, das ist kein Trick, ich weiß nicht mehr weiter. Ihre Stimme kippte und sie spürte die Tränen in ihren Augen stehen.
Bitte...
Beruhig dich doch mal.
Sie legte auf und nahm mit der Kamera ein Foto ihrer Hände auf. Erst die Linke, dann die Rechte. Die schickte sie an Peter und schrieb dazu: das sind nicht meine Hände!
Zehn Minuten später klopfte er an ihre Wohnungstür. Er hatte nur eine Jeans, ein fleckiges T-Shirt und eine Windjacke an, seine Füße steckten barfuß in alten Turnschuhen.
Sein Gesicht war noch verknautscht und die Haare standen in Schüppeln von seinem Kopf ab. Er sah sie auffordernd an.
Lisa, wenn das wieder einer deiner Versuche ist...
Sie streckte ihm nur schweigend die Hände entgegen und wartete.
Er starrte sie an. Bewegte seine rechte Hand schon darauf zu, zuckte aber zurück, bevor er sie berührte. Atmete keuchend aus.
Lisa rannen die Tränen übers Gesicht. Sie konnte nicht anders. Sie wusste nicht mehr weiter und die geschockte Reaktion von Peter verstärkte ihre Panik noch. Er, der immer eine Antwort, eine Lösung, einen Scherz parat hatte, der jede Situation erleichterte, stand kalkweiß vor ihr und sagte:
Ich muss mich erst mal setzen.
Ging um sie herum und verschwand in der Küche. Sie schloss die Wohnungstür und folgte ihm. Er stand mit dem Rücken zu ihr, beide Hände auf den Esstisch gestützt. Als er sie hörte, ließ er sich auf einen Stuhl fallen.
Sie blieb stehen. Willst du einen Kaffee? fragte sie leise.
Ein Schnaps wäre besser.
Sie reagierte nicht. Dann ging sie zum Kasten, nahm zwei Gläser, füllte sie mit Wasser und stellte sie auf den Tisch. Als sie es zu ihm schob, zuckte er zurück.
Sein Blick gab ihr den Rest. Diese Abscheu, dieser Ekel, diese Reaktion. Sie schluchzte auf und rannte zurück ins Schlafzimmer, wo sie sich auf ihr Bett warf und heulte, wie ein kleines Kind. Sie hörte nicht mehr, dass er die Wohnung verließ, es war ihr aber auch egal. Irgendwann lag sie am Rücken und schniefte vor sich hin. Sie wollte sich nicht die Augen reiben, nicht die Nase putzen, sich nicht mit diesen fremden Händen berühren.

Peter war am Weg zurück zu seiner Wohnung. Seine Gedanken überschlugen sich. Was war da geschehen? Hatte er sich das nur eingebildet? Nein, er hatte ganz deutlich gesehen, dass es stimmte, was Lisa ihm am Telefon entgegengeschleudert hatte. Er stapfte vor sich hin, als könne er mit dem Tempo die Bilder dieser viel zu großen, falschen Hände vergessen.
Das klappte nicht. Weder an diesem Tag, noch an einem der nächsten. Er wollte nicht mehr daran denken, aber es gelang ihm nicht. Obwohl Lisa sich nicht mehr bei ihm gemeldet hatte, blockierte er vorsorglich ihre Nummer. Er wollte nichts mehr mit ihr zu tun haben.
Eines Abends brach es dann aber doch aus ihm heraus. Es war in seiner Stammkneipe, mit den Jungs. Die übliche Runde, es wurde getrunken und angegeben. Thomas hatte mal wieder einen Supercoup für seine Firma an Land gezogen, Richard sein Fitnesstraining optimiert und Marc redete schon fast eine Stunde nur von seinem nächsten Auto.
Irgendwann war er fertig und Stille trat ein.
Was ist denn eigentlich los mit dir? frage Thomas ihn jetzt. In den letzten beiden Wochen haben wir genau - lass mich mal hochrechnen - null Sätze von dir gehört. Hast du das Sprechen verlernt?
Er hob den Kopf und sah in die Gesichter seiner Freunde. Neugierig, leicht verärgert, abwartend.
Ach mir ist da so was blödes passiert, das geht mir einfach nicht aus dem Kopf.
Und dann schien irgendeine Schleuse gebrochen zu sein und er erzählte ihnen die ganze Geschichte. Erst lachte Marc noch hämisch, als er Lisas Namen erwähnte, er konnte sie noch nie leiden und fand, dass er noch immer zu viel nach ihrer Pfeife tanzte, aber dann wurden sie still.
Als er fertig war, wartete er auf eine Reaktion.
Stille.
Schließlich sagte Thomas: Was hast du dir denn da für einen Schwachsinn ausgedacht. Wenn du nicht sagen willst, was los ist, sag halt nix.
Peter war fassungslos. Sie glaubten ihm nicht. Wobei, wenn er ehrlich war, hätte er es ja auch nicht glauben können, hätte er diese Hände nicht mit eigenen Augen gesehen.
Hört mal Jungs, setzte er jetzt zu einer Erklärung an. Ich bin doch nicht irre. Ich kann verstehen, dass ihr mir nicht glaubt, ich konnte es ja selbst nicht glauben.
Sag mal, fällst du eigentlich auf jede Aktion herein, die diese Kuh anzettelt, um dich in ihre Wohnung zu locken? spie Marc ihm jetzt entgegen. Zieht Latexhände an und jammert dir was vor und du kommst angerannt, sie zu trösten.
Er schüttelte den Kopf und wandte sich ab.
Ich gehe, ich hab keine Lust hier die Märchenstunde noch länger mit meiner Anwesenheit zu beglücken.
Und weg war er.
Peter schüttelte ungläubig den Kopf.
Sagt mal, glaubt ihr wirklich ich habe das erfunden?
Lass gut sein, sagte Richard. Das war einfach etwas zu dick aufgetragen. Das musst du selbst zugeben.
Also dann, ich muss auch, sagte Thomas und stand auf. Richard nickte, klopfte kurz auf den Tisch und sagte:
Die Zeche übernimmst du. Wenn du uns schon mit deiner Phantasie in die Flucht schlägst, sollst du dafür bezahlen.
Und weg waren sie.
Peter saß noch eine Weile da und zermarterte sich das Gehirn. Hatte Marc recht? Aber er war sich doch so sicher gewesen. Er konnte sich doch nicht so getäuscht haben. Aber erklären konnte er sich die fremden Hände auch nicht.
Er bestellte noch einen Drink, zahlte die ganze Runde, ging nach Hause und beschloss, dieses Erlebnis aus seinem Gedächtnis zu streichen.

Und Lisa? Die gewöhnte sich nach und nach an die Hände, die sie seit diesem Tag mit sich herumtrug. Sie wusch sie regelmäßig mit Zitronenwasser, um ihre Färbung an ihre eigene Haut anzupassen und mit der Zeit gewöhnte sie sich so an sie, dass es ihr auch nicht mehr schwerfiel, sich von ihnen an ihren intimen Stellen berühren zu lassen, wenn sie sich wusch und eincremte. Manchmal dachte sie kurz vor dem einschlafen noch an ihre eigenen Hände und hoffte, dass es ihnen gut ging, dort wo sie jetzt waren. 

Dienstag, 8. Juni 2021